Vereinstreffen in Münster – März 2019

Von Maite Görtz Lizarraga

Wir dürfen nun nach der Wahl des neuen Vorstandes Clara und Franzi beglückwünschen und freuen uns darauf die Vereinsarbeit mit den beiden weiter zu gestalten!

Neben unserer Vereinssitzung durften wir an diesem Wochenende in Münster gleich zwei Gottesdienste in der Petrikirche mitgestalten. So wurden im Vorhinein eifrig geprobt und noch ein paar Freunde und Bekannte eingeladen, um uns bei Musik und Tanz zu unterstützen. Die beiden Gottesdienste haben uns sehr viel Freude bereitet und auch die Gemeinde empfand diese als sehr lebendig und anregend. Extra für unsere Gottesdienste in Münster, wurde eine Predigt zum Evangelium „Der verlorene Sohn“ geschrieben, die in der Gemeinde großen Anklang fand. Einen Ausschnitt wollen wir daher hier mit euch allen teilen.

Der   Grundgedanke   stammt   von   einem   T-Shirt, welches die Kinder bei besonderen Anlässen tragen, mit dem aufgedruckten Spruch:

„Amame cuando menos lo merezca, porque será cuando mas lo necesite.”

„Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdiene, dann werde ich es am meisten brauchen.“

Für uns als Freiwillige, aber auch als Mitmenschen war dieser Spruch immer wieder eine Erinnerung und ein Ansporn, die ihm zugrunde liegende Herausforderung anzunehmen; Liebe und Zuneigung zu schenken. Auch wenn es mal nicht so rund lief und es eigentlich zum Verzweifeln schien, konnten wir nur versuchen, neue Chancen zu schenken und besonders dann die Zuneigung ernst zu meinen.

Wie viel von dieser Zuneigung ankommt und wie viel dies verändern kann, weiß man nie. Vielleicht ermuntert sie Einzelne, vielleicht regt sie Einzelne zum Nachdenken an, vielleicht gibt sie Einzelnen das Gefühl zu Hause zu sein. Hineinschauen kann ich nur in mich selbst und sehe, dass die Zeit als Freiwillige mich bewegt hat. Die Herausforderung des Spruchs hat mich an meine Grenzen gebracht, mich manchmal aus den Augen verlieren lassen, warum ich das eigentlich alles mache, mir Mühe gebe mit etwas, das nicht zu fruchten scheint.

Ich bin selbst verloren gegangen. Ich habe gemerkt, dass sich mir die Herausforderung stellt und dass ich die Herausforderung bin und das gleiche   T-Shirt   anhabe   wie   die   Jungen,   den gleichen Spruch im Rücken trage. Ich bin mir nicht sicher, wie viel ich in meiner Zeit als Freiwillige geben konnte, aber ich weiß wie viel ich mit auf den Weg bekommen habe. Genau so viel? Nein viel mehr.

Und genau das habe ich auch versucht mitzunehmen. Das alles trifft ja nicht nur in Bolivien im Hogar Don Bosco zu, sondern begegnet uns allen auch im Alltag. Wir alle sind immer wieder auf der Suche, machen Schritte in die eine oder andere Richtung und probieren Neues aus. Egal, ob am Anfang eines neuen Lebensabschnittes oder einfach mitten im alltäglichen Trott. Dabei können wir auch manchmal verloren gehen, so wie der Sohn im Gleichnis.

Wir verlieren unseren Weg aus den Augen, wissen nicht mehr, was der Weg eigentlich überhaupt sein soll. Kümmern uns viel zu sehr um Unwichtiges. Wir gehen in der Jagd nach Reichtum, Erfolg, Perfektion oder dem traumhaften Körper verloren. Verlieren können wir uns auch in Tätigkeiten, die uns erfüllen, in denen wir aufgehen. Was schön ist, uns aber manchmal einen Tunnelblick aufsetzt. Damit machen wir es sicherlich auch unserem Umfeld nicht immer leicht. Fordern unsere Familie, Freunde und Bekannte heraus, uns trotzdem zu mögen, uns anzunehmen, mit uns Zeit zu verbringen und uns nicht aufzugeben.

Dabei ist es eine Herausforderung so zu sein wie der Vater, der dem verlorenen Sohn entgegenkommt, ihm eine Umarmung schenkt und ihm eine neue Chance gibt.

Das Evangelium sagt aber nicht nur etwas über das Miteinander unter uns Menschen aus, sondern veranschaulicht auch Gottes Beziehung zu uns Menschen. Wir finden uns in den Brüdern wieder, wenn wir verloren gehen und können uns den Vater als Vorbild nehmen, doch Jesus spricht die Einladung aus, darauf zu vertrauen, dass Gott wie der Vater ist: Bedingungslos liebend, nach uns Ausschau haltend, an unserer Seite, wenn wir es zulassen. Er lädt uns ein, uns nicht alleine zu fühlen, egal wo auf der Welt: Egal, ob Junge oder Freiwillige im Kinderheim in Bolivien, als Studierende in Münster, als Familienmitglieder oder Arbeitskolleg*innen.    Daher    kann    der    T-Shirt- Spruch als Ansporn für uns selber in der Begegnung mit anderen Menschen und auch als Erinnerung an das Vertrauen, dass wir in Gott haben dürfen stehen:

“Amame cuando menos lo merezca, porque será cuando mas lo necesite.”

„Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdiene, dann werde ich es am meisten brauchen.“

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